Schutzkonzept-Hygienekonzept in der Gastronomie

Diese Begriffe sind neuerdings landesweit zu finden und lassen mich immer wieder aufs Neue schmunzeln, meine Damen und Herren. Viele Gastronomen befassen sich jedoch gar nicht oder nur kaum mit dem Thema Hygiene. Sie übernehmen unreflektiert Vorgaben und Empfehlungen, bringen diese zu Papier und beruhigen somit ihr Gewissen. Ihnen ist oftmals nicht bekannt, worauf es in der praktischen Umsetzung zu achten gilt.

In der Schweiz treffe ich regelmäßig auf Einrichtungen, die sich ausschließlich nach dem richten, was die BAG ihnen vorschreibt. Anders gesagt: Würde die BAG die Verwendung gängiger Reinigungsutensilien untersagen, würden die Gastronomen dem nicht widersprechen und sich tatsächlich daran halten. Eigenständiges Denken wird gar nicht erst in Erwägung gezogen.

Fragwürdige Hygiene-Maßnahmen in Hotels und Restaurants

In den Hotels und Restaurants werden Schutzwände aus PVC/Polycarbonat aufgestellt. Das Personal trägt Schutzmasken – und das allerdings auch nicht immer. Im Eingangsbereich steht eine Pumpflasche voll Desinfektionsmittel.

Bei Letzterem stellt sich mir immer wieder eine Frage: „Inwiefern sollen diese Flaschen zum Schutz der Gäste dienen, wenn sie doch von jedem angefasst werden müssen, um an das Desinfektionsmittel zu gelangen?“ Eine verschmutzte Betätigungsfläche zeugt dabei keineswegs von Sauberkeit und lässt Misstrauen aufkommen. Der tatsächliche Inhalt der Flasche ist ebenfalls nicht ersichtlich – weder der Wirkstoff noch die genaue Konzentration von diesem. Somit ist die Wirksamkeit zweifelhaft.

Sie haben demnach bestimmt schon gemerkt, dass es sich hierbei um die nötigsten Maßnahmen handelt, nicht aber um die effektivsten. Man könnte meinen, das gesundheitliche Wohl der Gäste und Kunden wäre lediglich zweitrangig. Diese Vorgehensweisen sind nämlich alles andere als durchdacht.

Hygienische Werte selbst leben und vermitteln

Nicht selten spreche ich mit Hoteliers oder Restaurantinhabern, die bereits eine Beratungsfirma zum Thema Hygiene hinzugezogen haben. Leider stelle ich nach ein paar Fragen meinerseits immer wieder fest, dass die Mitarbeiter jener Firmen nicht einmal selbst hinter den zu vermittelnden Hygienewerten stehen bzw. diese umsetzen.

Mangelnde Sauberkeit auf den Toiletten

Der Zustand der Toiletten in den meisten Restaurants versetzt mir oftmals einen unangenehmen Stich. Von Hygiene kaum eine Spur und die Krönung des Ganzen sind Lufttrockner für die Hände. Sie verursachen nachweislich mehr Schaden, als dass sie von Nutzen sind. Denn ein solches Gerät dient vielmehr als Bakterien- und Keimschleuder.

Kürzlich belegte eine Studie, dass sich das Corona-Virus selbst über Toiletten übertragen lässt. Die Übertragung ist zwar auf diesem Wege eher schwer, aber mit ein wenig logischem Denken nachvollziehbar.

In diesem Zuge möchte ich die Toilettenanzahl vieler Restaurants anprangern. Ich halte es für absolut verantwortungslos, bei bspw. 150 Sitzplätzen lediglich zwei Herren- und zwei Damentoiletten zur Verfügung zu stellen. In den meisten Fällen werden diese während der Öffnungszeiten von 17:00 Uhr bis 1:00 Uhr kein einziges Mal gesäubert. Oft treffe ich auf verdreckte Toilettenschüsseln, fehlende Seifen- oder Papierspender. Desinfektionsmittel bilden leider die Ausnahme. Das darf einfach nicht die Normalität sein – und vor allem nicht bleiben.

Missstände in der Gastronomie

Hotelzimmer müssen immer schnellstmöglich gereinigt und für den nächsten Gast vorbereitet werden. Allerdings gerät mit all der Hektik so einiges in Vergessenheit oder die Gründlichkeit kommt gänzlich abhanden. Wird immer auf sauberes Wasser und frische Lappen beim Reinigen geachtet? Wie hygienisch sind Dusche und Toiletten? Sind wirklich alle Spuren der Vormieter verschwunden? Sogar Haare finden sich oftmals in „gereinigten“ Zimmern. Diese Zustände sind meiner Meinung nach nicht zumutbar.

Die hygienischen Umstände in den Hotels sind unter anderem ein Grund, weshalb manche Menschen – überwiegend älteren Semesters – ihre Urlaubsreise momentan nicht antreten wollen. Diese Sorgen sind leider durchaus berechtigt, wenngleich der ein oder andere dennoch in den Urlaub fährt. Die wirtschaftlichen Einbußen werden jedenfalls spürbar sein.

Die Krise ist längst nicht ausgestanden und die Gastronomie muss neue Wege gehen, bevor es zu spät ist. Hygiene und Sauberkeit dürfen nicht leichtfertig beiseitegeschoben werden. Ich persönlich schließe vom Zustand der sanitären Einrichtungen in einem Restaurant stets auf die Zustände in der Küche.

Ein weiterer durchaus erwähnenswerter Punkt ist das Rauchen. Als Raucher habe ich Verständnis für beide Parteien. Manchmal, wenn ich an der Eingangstür stehe, sehe ich auch die Köche und das sonstige Personal eine Zigarette zücken. Viele von ihnen kehren nach dem Rauchen an ihren Arbeitsplatz zurück – ohne sich die Hände gewaschen zu haben! Ihre Speisen werden demzufolge mit nikotinbehafteten Fingern zubereitet. Das ist widerlich. Weder der Mundschutz noch eine Glasabtrennung ersetzen grundlegende Hygiene-Maßnahmen.

Ablehnung eines externen Hygiene-Beauftragten

Bei vielen Hotel- und Restaurantbesitzern stößt das Angebot eines externen Hygiene-Beauftragten leider auf Ablehnung. Sie betrachten es nicht als notwendig, auf hygienische Mängel aufmerksam gemacht zu werden und berufen sich auf die Einhaltung der Vorgaben durch die BAG. Diese sind jedoch als Schutzmaßnahmen zu verstehen. Von Hygiene ist nicht die Rede. Es ist schade, dass aufgrund dessen viele denken, schon ihr Möglichstes zu tun.

Bereits am 18.06.2020 hatte ich den Chef des Schweizer Tourismus kontaktiert. Sein Sekretariat bedankte sich am 22.06.2020 bei mir für meine Bemühungen, teilte mir jedoch im selben Zuge mit, dass an meinen Lösungsvorschlägen keinerlei Interesse bestünde. Der Gastronomie würde es gutgehen und die Maßnahmen der BAG eingehalten. Natürlich hatte ich ebenfalls auf das Konzept verwiesen, das in Portugal Anwendung fand. Aber dieses wurde abgeschmettert. Offenbar sind keinerlei Veränderungen in der Schweizer Gastronomie gewünscht.

Die Gastronomen vergessen häufig die Touristen aus dem Ausland. Beispielsweise sind die Amerikaner und Chinesen äußerst ängstlich bei der Wahl ihres Urlaubsortes. Der große Schreck kommt dann erst gegen Ende des Jahres, wenn die Umsätze fehlen.

Fachwissen als hygienische Gegenmaßnahme

Meines Erachtens nach muss die Gastronomie vermehrt in die Verantwortung gezogen werden. Der hygienische Zustand eines Hotels oder Restaurants ist für mich wesentlich. Er entscheidet zudem über die Gesundheit sowie das Wohlbefinden der Gäste und definiert die Ansteckungsgefahr. Darum sollten keine Kosten und Mühen gescheut werden!

Die Problematik ist in dieser Branche bekannt und es existiert ein effektives Mittel dagegen: ein externer Hygiene-Coach. Mit seinem umfangreichen Fachwissen hinsichtlich Hygiene und Sauberkeit kann dieser den Hotels und Restaurants dabei helfen, hohe Hygiene-Standards herzustellen und zu erhalten.

Auf der Seite hygienecoach.ch biete ich zum Beispiel das richtige Hygienekonzept für jede Branche an. Gerne teile ich meinen großen Erfahrungsschatz mit den Inhabern der Restaurants, Hotels, Büros oder Arztpraxen, die ihr Wissen über Hygiene erweitern und somit ihren Kunden, Patienten und Gästen etwas Gutes tun möchten.

Ein externer Hygiene-Beauftragter für Ihren Betrieb steht Ihren Gästen Rede und Antwort. Sie können ihn auf Ihrer Website integrieren, um Ihrer Kundschaft ein sicheres Gefühl und einen direkten Ansprechpartner zu geben. Diesen können sie bei Bedarf bereits vor einer Reservierung oder Buchung kontaktieren. Ihre Gäste merken dadurch, dass Sie deren Bedenken und Gesundheit ernst nehmen!