Die Deutsche Bahn und die gescheiterten Hygienekonzepte

Hygienekonzepte der Deutschen Bahn – unvorstellbar katastrophal

Öffentliche Verkehrsmittel sind hygienisch betrachtet ein Graus. Vor allem die Zugfahrten stellen in Deutschland ein unangenehmes, meist widerwärtiges Unterfangen dar. Die Hygienekonzepte der Deutschen Bahn sind definitiv gescheitert. Wer jemals mit einem Zug dieses Bahnunternehmens gefahren ist, kann meine Aussage bestätigen. Die Bahnhöfe und Züge bilden bereits seit Jahren einen Hotspot für Viren und Bakterien, der zu unser aller Bedauern stets außer Acht gelassen wird. Dabei sind die Toiletten – übertrieben gesagt – sogar harmlos im Vergleich zu den Abteilen. Wie immer gilt: Wo sich viele Menschen ansammeln, scharen sich die Krankheitserreger in gewaltiger Zahl.

Die Hygiene-Standards an den Bahnhöfen und in den Zügen lassen sich mit einem einzigen Wort sehr akkurat beschreiben: unterdurchschnittlich. Das Offensichtliche bringt mich daher zu der Annahme, dass dort nie ein Hygienekonzept angewandt wurde. Bei den Reinigungsarbeiten wird lediglich ein Lappen für alle Oberflächen verwendet. Die Sitze werden nicht einmal abgesaugt, obwohl täglich so viele Menschen darauf Platz nehmen. Von diesen katastrophalen Eigenschaften sind ICE-Züge nicht ausgeschlossen. Deren Filzböden werden mit einem Kehrgerät nur grob vom Schmutz befreit. Die Toiletten befinden sich ebenfalls in einem abstoßenden Zustand.

An dieser Stelle muss ich mich als erfahrener Hygiene Coach fragen, wie die Deutsche Bahn ohne ein schlechtes Gewissen Fahrgäste in solche Züge einsteigen lassen kann. Hygiene bedeutet Schutz vor Keimen und somit vor Krankheiten. Mit der richtigen Reinigung können also Ansteckungen vermieden werden. Daher ist die Ausarbeitung eines effektiven Hygienekonzepts unerlässlich!

Hygiene in Zügen bedeutet Schutz vor Erregern

Um sich nicht nur über diese unerträglichen Umstände zu beschweren, möchte ich als Hygiene Coach einige Ideen einbringen. Diese könnten die mangelhaften Hygienekonzepte der Deutschen Bahn maßgeblich verbessern. Immerhin sollte die Ansteckungsgefahr in öffentlichen Verkehrsmitteln endlich gesenkt werden. Das Problem ist dem Vorstand der Bahnen längst bekannt und es besteht dringender Handlungsbedarf.

Desinfektionsmittel auf Toiletten sollte zum Beispiel eine Selbstverständlichkeit sein. Dazu kommt aber auch die regelmäßige Befüllung der Spender, damit die Nutzung gewährleistet ist. In einem separaten Zugabteil sollten außerdem ausreichend Hygieneprodukte, Desinfektionsreiniger, Schmierseife und Wasser zur Verfügung stehen. Dadurch könnten laufend ordnungsgemäße Reinigungen in den Zügen durchgeführt werden. Das Desinfizieren häufig berührter Oberflächen wie Griffe, Tische, Stangen zum Festhalten und Abfallbehälter sollte ebenfalls wichtiger Bestandteil des neuen Hygienekonzepts sein.

Mangelnde Umsetzung der Deutschen Bahn – niemand ist zuständig

Trotz verschärfter Maßnahmen und Lockdown fand ich mich vor Kurzem in einem überfüllten ICE von Hannover nach München wieder – eine sehr lange Strecke. Einige Fahrgäste saßen bereits in den Gängen auf dem Boden. Auf so engem Raum konnte der Mindestabstand natürlich nicht eingehalten werden. Dazu kommt noch das fragwürdige Hygienekonzept der Deutschen Bahn. Wie ist es möglich, dass solche Situationen von unseren Politikern keine Beachtung erhalten, wenn dieselbigen doch in deren Ansprachen stets die Wichtigkeit jener Maßnahmen betonen? Lieber werden Millionen Euro für Beraterhonorare ausgegeben, anstatt sich mit den fehlenden Hygienekonzepten in Deutschland tatsächlich auseinanderzusetzen.

Zusätzlich zur mangelnden Umsetzung der Deutschen Bahn will sich niemand dafür zuständig zeigen. Ich erhielt auf ein Schreiben an Herrn Scheuer von seinem Sekretariat die Antwort, dass das nicht Teil seines Zuständigkeitsbereichs wäre. Dieses immer weiter ausartende Hygieneproblem besteht seit vielen Jahren und niemand will sich dessen annehmen. Lieber wird weiterhin die Gesundheit der Fahrgäste und des Zugpersonals gefährdet.